Sicherheitskontrolle Klasse B/B197
Die wichtigsten Checks vor der Fahrt – klar erklärt und direkt anwendbar.
Sicher unterwegs von Anfang an: Wir bereiten dich perfekt auf die Sicherheitskontrolle vor, damit du schon vor dem ersten Meter der praktischen Prüfung mit technischem Wissen glänzt.
W wie Wasser
Frage: Wie kontrollieren oder überprüfen Sie das Scheibenwischwasser? Kontrolle: Da man den Füllstand bei unseren Fahrzeugen von außen nicht direkt im Behälter sehen kann, erfolgt die Kontrolle durch das Ausprobieren (Betätigen der Scheibenwaschanlage im Innenraum). Kommt kein Wasser oder ist der Strahl zu schwach, muss nachgefüllt werden.
Vorgehensweise: Den Behälter findest du vorne unter der Motorhaube. Er ist meist an einem blauen Deckel mit einem Spritzsymbol erkennbar. Einfach den Deckel öffnen und Wasser (ggf. mit Reinigungsmittel) nachfüllen.
Wichtig: Im Winter muss unbedingt Frostschutz beigemischt werden, damit das System nicht einfriert und die Pumpe keinen Schaden nimmt.
O wie Öl
Das Abfahren erfordert vorausschauendes Handeln nach Meter-Markierungen:
Frage: Wie kontrollieren Sie den Stand des Motoröls? Voraussetzung: Das Auto muss waagerecht stehen und der Motor sollte einige Minuten aus sein, damit das Öl in die Ölwanne zurücklaufen kann.
Der richtige Ablauf am Ölmessstab:
- Motorhaube öffnen und den Ölmessstab (meist ein farbiger Griff) herausziehen.
- Den Stab mit einem sauberen Tuch komplett abwischen, damit er trocken ist.
- Den sauberen Stab wieder bis zum Anschlag in die Öffnung stecken.
- Den Stab ein zweites Mal herausziehen und erst jetzt den Füllstand ablesen.
Ergebnis: Am unteren Ende des Stabes befinden sich zwei Markierungen (Einkerbungen oder Punkte), die MIN und MAX repräsentieren. Der Ölfilm muss sich zwischen diesen beiden Markierungen befinden. Ist er unter MIN, muss Öl über den Öleinfüllstutzen (Deckel mit Kännchen-Symbol) nachgefüllt werden.
Alternative: Bei vielen modernen Autos kann man den Stand auch im Bordcomputer über das Menü „Fahrzeugstatus“ abfragen.
L wie Luft
Einstiegsfrage: Was kontrollieren Sie am Reifen?
Wenn der Prüfer fragt, nennst du diese drei Punkte:
1. Die Profiltiefe
2. Den Reifendruck
3. Den Zustand (Beschädigungen)
Frage: Wie kontrollieren Sie die Profiltiefe und was gilt für Winterreifen?
Profiltiefe: Gesetzlich mindestens 1,6 mm. Empfohlen werden für Sommerreifen 3 mm und für Winterreifen 4 mm.
Kontrolle: Am TWI (Stege zwischen den Profilblöcken). Ist das Profil höher als der Steg (Kante spürbar), ist es okay.
Winterreifenpflicht: Es gibt keine feste Temperatur (wie 7°C), sondern die situative Winterreifenpflicht. Das heißt, bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte müssen Winterreifen aufgezogen sein.
Kennzeichnung: Winterreifen müssen das Alpine-Symbol (Berg-Piktogramm mit Schneeflocke) tragen. Das alte M+S-Zeichen allein reicht nicht mehr aus.
K wie Kraftstoff
Frage: Wie kontrollieren Sie den Kraftstoff- oder Energievorrat?Vorgehensweise: Zündung einschalten und die Anzeige im Cockpit (Kombiinstrument) ablesen.
Je nach Fahrzeugtyp gibt es unterschiedliche Anzeigen:
- Verbrenner (Benzin/Diesel): Tankanzeige mit dem Zapfsäulen-Symbol.
- Elektrofahrzeug (Strom): Batterie-Symbol oder Prozentanzeige (SoC – State of Charge) sowie die Restreichweite in Kilometern.
- Gasfahrzeuge (LPG/CNG): Oft eine separate LED-Anzeige oder ein Umschalter im Cockpit, der den Füllstand der Gastanks anzeigt.
Frage: Welche Kraftstoff- oder Energiearten gibt es und worauf achten Sie?Man muss genau wissen, what das Fahrzeug benötigt:
- Flüssigkraftstoffe: Diesel oder Benzin (E5, E10, Super Plus).
- Gas: LPG oder CNG.
- Strom: Laden (AC/DC).
- AdBlue: Bei Dieselfahrzeugen diesen Harnstoff kontrollieren (eigene Anzeige).
Wichtig: Die richtige Kraftstoffart steht meistens auf der Innenseite des Tankdeckels.
E wie Elektrik
Einstiegsfrage: Was kontrollieren Sie an der Beleuchtung?
Man unterscheidet zwischen vorne und hinten:
Vorne (6 Dinge): 1. Tagfahrlicht, 2. Standlicht, 3. Abblendlicht, 4. Fernlicht, 5. Blinker, 6. Warnblinker.
Hinten (5 Dinge): 1. Schlussleuchten (mit Kennzeichenbeleuchtung), 2. Bremsleuchten, 3. Rückstrahler (Reflektoren), 4. Nebelschlussleuchte, 5. Rückfahrscheinwerfer.
Detail: Die 6 Lichter vorne kontrollieren
- 1. Tagfahrlicht: Zündung einschalten. Das Licht brennt bei modernen Autos automatisch vorne, sobald die Zündung an ist.
- 2. Standlicht: Lichtschalter auf die erste Stufe drehen. Das funktioniert auch ohne Zündung.
- 3. Abblendlicht: Große Zündung an, Lichtschalter auf Stufe 2. Kontrolle: grüne Kontrollleuchte im Display.
- 4. Fernlicht: Wichtig: Zuerst die große Zündung an, dann das Abblendlicht einschalten. Erst jetzt den Hebel nach vorne drücken. Kontrolle: blaue Kontrollleuchte im Display.
- 5. Blinker: Zündung an, Hebel betätigen. Kontrolle durch das rhythmische Klicken und die grünen Pfeile im Display.
- 6. Warnblinker: Den roten Dreiecksknopf drücken. Das funktioniert immer, auch ohne Zündung.
Detail: Die 5 Lichter hinten kontrollieren
- 1. Schlussleuchten & Kennzeichenlicht: Zündung und Abblendlicht einschalten. Aussteigen und hinten prüfen, ob beide roten Leuchten und die Kennzeichenleuchten brennen.
- 2. Bremsleuchten: Hilfe anfordern (Prüfer/Fahrlehrer tritt auf die Bremse) oder Spiegelung nutzen. Alle 3 Leuchten müssen funktionieren.
- 3. Rückstrahler (Reflektoren): Die roten Reflektoren hinten am Fahrzeug zeigen (sie reflektieren fremdes Licht).
- 4. Nebelschlussleuchte: Zündung und Abblendlicht an, Schalter ziehen/drücken. Kontrolle: gelbe Kontrollleuchte.
- 5. Rückfahrscheinwerfer: Zündung an, Rückwärtsgang einlegen (Motor bleibt aus!). Dann prüfen, ob die weißen Scheinwerfer hinten leuchten.
Zusatzfrage: Wann schalten Sie den Warnblinker ein? (PAUSE-Formel für PKW)Merke dir P-A-U-SE für den PKW:
SE – Stau-Ende
P – Panne
A – Abschleppen (an beiden Fahrzeugen!)
U – Unfallstelle absichern
N wie Notfall
Frage: Welche drei Gegenstände müssen Sie im Fahrzeug mitführen?
1. Warndreieck (muss funktionstüchtig sein).
2. Verbandkasten (wichtig: ohne „S“!).
3. Warnweste (mit Kontrollzeichen EN 471).
Frage: Worauf achten Sie beim Verbandkasten?
- Ablaufdatum: Ich kontrolliere regelmäßig das Verfallsdatum. Abgelaufene Inhalte müssen ersetzt werden, da die Sterilität der Kompressen nicht mehr garantiert ist.
- Zustand: Er sollte originalverschlossen und sauber gelagert sein.
- DIN-Norm: Er muss der aktuellen Norm (DIN 13164) entsprechen (inkl. Masken, falls aktuell vorgeschrieben).
Frage: Wo sollte die Warnweste liegen und was ist beim Warndreieck wichtig?
Warnweste: Sie muss griffbereit sein (z.B. im Seitenfach der Tür oder unter dem Sitz). Es nützt nichts, wenn sie im Kofferraum unter dem Gepäck liegt, da ich sie bereits anziehen muss, bevor ich das Fahrzeug im Notfall verlasse.
Warndreieck: Ich muss wissen, wie man es aufbaut und wo es verstaut ist. Im Ernstfall muss es zügig aufgestellt werden (Stadt: 50m / Land: 100m / Autobahn: 150-200m).
B wie Bremsen
Frage: Wie führen Sie die Standbremsprobe der Betriebsbremse (Fußbremse) durch?
Vorgehensweise: Ich trete kräftig auf das Bremspedal.
Dabei achte ich auf folgende drei Dinge:
- Weg: Das Pedal darf sich nicht bis zum Bodenblech durchtreten lassen. Nach ca. 1/3 des Weges muss ein fester Widerstand spürbar sein.
- Widerstand: Das Pedal darf nicht „nachfedern“ oder schwammig sein (Hinweis auf Luft im System).
- Dichtigkeit: Wenn ich den Druck halte, darf das Pedal nicht langsam weiter nachgeben (Hinweis auf Undichtigkeit).
Frage: Wie kontrollieren Sie die Feststellbremse (Handbremse)? Hier gibt es zwei Möglichkeiten der Überprüfung:
1. Mechanische Prüfung: Ich ziehe die Handbremse fest an. Dabei muss ein deutlicher Widerstand (Zahnung) spürbar sein. Sie darf sich nicht „bis zum Anschlag“ ohne Widerstand hochziehen lassen.
2. Wirkungsprüfung: Ich versuche mit angezogener Feststellbremse im ersten Gang vorsichtig anzufahren. Das Fahrzeug darf nicht losrollen, sondern muss „in die Knie“ gehen bzw. der Motor würde absterben.
Hinweis bei elektrischer Parkbremse: Hier achte ich auf das rote Symbol (P) im Display und das hörbare Stellgeräusch der Motoren.
Zusatzfrage: Wo kontrollieren Sie den Stand der Bremsflüssigkeit? Unter der Motorhaube am Bremsflüssigkeitsbehälter. Der Stand muss zwischen MIN und MAX liegen.
Wichtig: Da die Bremsflüssigkeit hygroskopisch ist (zieht Wasser), muss sie regelmäßig (meist alle 2 Jahre) gewechselt werden.
Warndreieck: Ich muss wissen, wie man es aufbaut und wo es verstaut ist. Im Ernstfall muss es zügig aufgestellt werden (Stadt: 50m / Land: 100m / Autobahn: 150-200m).